GTEV "Edelweiß" Endorf e.V.
gegründet 1891

Schuahplattln und Dirndldrahn

Entstehung und Formen sowie die weitere Entwicklung sind in der Gauchronik des Gauverbandes I ausführlich beschrieben. Die darin gehaltene Feststellung, dass es keine genauen Kenntnisse über die Entstehung oder zeitlichen Ursprünge gibt, gilt doch als Beweis dafür, dass diese einmaligen Tanzformen aus dem Volk in den bayerischen Alpentälern und dem Alpenvorland ... e n t s t a n d e n... sind und somit keinem "Erfinder" oder "Entdecker" zugeordnet werden können, also echtes Volksgut darstellen. Die Trachtenvereine waren und sind es, die das Schuahplattln übernommen und im laufe der Jahrzehnte bewahrt und besonders in den Alpenregionen des Rupertiwinkels und des Chiemgaues weiterentwickelt haben.  

 Franz Hegenbart, Autor mehrerer Bücher beschreibt dies wie folgt:

Vereinspreisplattln 2001

Die ersten Plattler im heutigen Sinn waren (im vorletzten Jahrhundert) sehr einfach und deshalb für eine Vorführung wenig geeignet. Der erste für damalige Zeit so "modern" d.h. anders als bis dahin getanzte Tanz war der "Neubayerische" oder wie man in der Ramsau (Berchtesgaden) sagte der "Pempererstoisserer", nach der uns bekannten Melodie "S´Dirndl mitn rodn Miada" Die Art wie heute in der Alpenregion des Chiemgaus und in weiten Teilen des Gauverbandes I geplättet wird, mit gut sitzenden exakten Schlägen, ist die Folge dieser Entwicklung.

Vereinspreisplattln 2001_2

Heute besuchen Tausende von aktiven Dirndl und Buam, Kinder und Jugendliche allwöchentlich die Plattler und Tanzproben ihrer Vereine und tragen einen erheblichen Teil dazu bei, Ziele und Grundsätze des Trachtenwesens zu verwirklichen.

In Endorf nimmt seit Gründung des Trachtenvereins der Schuhplattler einen hohen Stellenwert ein. Der Schatz an Schuhplattlern wurde ständig erweitert und der Entwicklung Rechnung getragen. War es in den fünfziger Jahren der Bauer zu Kurf Franz Anzinger, der das schneidige und exakte Plattln beherrschte, so wird seit ca. 25 Jahren auf breiter Vereinsebene diese Form des Schuhplattelns gepflegt und durch viel Probenarbeit erhalten. Zahlreiche Erfolge bei Preisplattln und Dirndldrahn sowie allgemeine Anerkennung bei Auftritten und anderen Anlässen bestätigen dies.

Die gegenwärtige Form des Dirndldrahns im Gauverband I, und somit auch im Endorfer Trachtenverein entwickelte sich, wie das heutige Schuahplattln aus den Mitte der zwanziger Jahre aufgeblühten Vereinspreisplattln. Dabei legt heute eine gute Dreherin besonderen Wert auf ihren Rock, der während des Drahns waagrecht zur Taille "wegfliegt“. Mit aufrechter Körperhaltung bewegt sich das Dirndl auf den Zehen drehend flott und gleichmäßig zum Takt der Musik im Kreis, und entfaltet dabei die ganze Schönheit der blumengeschmückten Dirndltracht. Der vollendeten Form des Dirndldrahns kann man eine gewisse Ästhetik nicht absprechen und ruft bei jedem Zuschauer Bewunderung und Anerkennung hervor, und wer jemals einen Dirndplattler -diese zusammengefasste Kraft aus Tanzen, Plattln und Drahn- gesehen hat, weiß den wertvollen Beitrag den die Dirndl zu dieser großartigen Selbstdarstellung leisten, zu schätzen und zu würdigen.